Stellungnahmen
und Positionen des SSB


Ethik-Code für den Stadtsportbund Münster e.V.

Münster, 27. Februar 2019. Mit der Verabschiedung eines Ethik-Codes dokumentiert der Stadtsportbund Münster verantwortliches Handeln auf der Grundlage von Transparenz, Integrität und Partizipation als Prinzipien einer guten Verbandsführung.

Präambel

In einer sich rasant wandelnden, globalisierten Welt leisten auch die Sportvereine und Verbände in Münster einen unverzichtbaren Beitrag zur demokratischen und nachhaltigen Entwicklung. Dies erfordert verantwortliches Handeln auf der Grundlage von Transparenz, Integrität und Partizipation als Prinzipien guter Vereins- und Verbandsführung (Good Governance).  Die im nachfolgenden Ethik-Code definierten Werte und Grundsätze bestimmen das Verhalten und den Umgang innerhalb des (organisierten) Sportes in Münster und gegenüber Außenstehenden.

Der Ethik-Code ist für ehrenamtliche Personen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Mitglieder des Stadtsportbundes Münster e. V. (SSB Münster) verbindlich.

  1. Toleranz, Respekt und Würde

Toleranz und Wertschätzung sind die Grundlagen für ein vertrauensvolles Miteinander. Gegenseitiger Respekt sowie die Wahrung der persönlichen Würde und der Persönlichkeitsrechte gewährleisten eine faire, partnerschaftliche Zusammenarbeit und sichern die Einheit in der Vielfalt.

Diskriminierung und Benachteiligung von Menschen in Bezug auf ethnische Zugehörigkeit, Nationalität, Religion, Weltanschauung, Alter, Geschlecht, sexuelle Identität, Zugehörigkeit einer bestimmten Gruppe oder wegen einer Behinderung ist unzulässig. Die Gleichstellung aller Geschlechter wird auf allen Ebenen gefördert. Belästigungen und Mobbing werden nicht toleriert. Der SSB Münster verurteilt jegliche Gewalt, unabhängig davon, ob sie körperlicher, seelischer oder sexueller Art ist.

  1. Nachhaltigkeit und Verantwortung für die Zukunft

Der SSB Münster verpflichtet sich im Interesse der Zukunftssicherung für nachfolgende Generationen zu einer umfassenden nachhaltigen Verbandspolitik, die die Achtung der Umwelt, ökonomische Anforderungen und gesellschaftliche Aspekte in angemessenen Ausgleich bringt.

  1. Null‐Toleranz‐Haltung

Regeltreue und Fair Play sind wesentliche Elemente im Sport. Geltende Gesetze sowie sonstige interne und externe Richtlinien und Regeln sind einzuhalten. Gegenüber Rechts‐ und Pflichtverstößen, insbesondere Doping und Spielmanipulationen, Kindeswohlgefährdung und sexualisierter Gewalt hat der SSB Münster eine Null‐Toleranz‐Haltung.

  1. Transparenz

Alle für den SSB Münster und dessen Aufgaben relevanten Entscheidungsprozesse sowie die zugrunde gelegten Fakten werden mit größtmöglicher Transparenz und Sorgfalt behandelt. Dies betrifft insbesondere alle finanziellen sowie personellen Entscheidungen. Vertraulichkeit sowie datenschutzrechtliche Vorgaben werden beachtet.

  1. Integrität

Integrität setzt objektive und unabhängige Entscheidungsfindung voraus. Wenn persönliche insbesondere wirtschaftliche Interessen bei einer für den SSB Münster zu treffenden Entscheidung berührt werden („Interessenkonflikt“), sind diese offenzulegen. Einladungen, Geschenke und sonstige materiellen oder ideellen Vorteile dürfen nur im vorgegebenen Rahmen in transparenter Weise angenommen oder gewährt werden. Die Interessenvertretung für den Sport in Münster erfolgt in transparenter und verantwortlicher Weise.

  1. Partizipation

Demokratische Mitgliederrechte und praktizierte Mitgliederbeteiligung aller Gruppen, insbesondere auch für Kinder, Jugendliche und Aktive, sowie die Einbindung beteiligter Interessengruppen (Stakeholder) gewährleisten der pluralistischen Struktur entsprechende, zukunftsweisende Entscheidungen.

  1. Sportlerinnen und Sportler und Sportorganisationen im Mittelpunkt

Die Sporttreibenden aller Alters‐ und Leistungsstufen und ihre Vereine stehen im Mittelpunkt unseres Engagements für den Sport in Münster. Ihnen zu dienen verlangt eine ethisch geprägte Grundhaltung und pädagogische Ausrichtung jedes Einzelnen und vor allem von allen Verantwortlichen.

Beschlossen vom Geschäftsführenden Vorstand des SSB Münster am 27. Februar 2019

Kinderschutz im Sportverein - Prävention sexualisierter Gewalt im Sport

Münster, 20. März 2019. Die Prävention sexualisierter Gewalt ist ein Thema, mit dem sich jeder Verein, der mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, beschäftigen muss. Die Feststellung, dass “bei mir im Verein schon nichts passiert” gilt hierbei ebenso wenig, wie der “Generalverdacht”.

Als Vereine sowie als Trainerin oder Trainer sind wir verpflichtet, eine gewaltfreie Atmosphäre im Verein zu schaffen, die Mitglieder und Mitarbeiter/innen für das Thema sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen im Sport aufzuklären und zu sensibilisieren.

Wir möchten unsere Mitgliedsvereine daher zu einem seriösen Umgang mit der Thematik begleiten und ermutigen. Der Stadtsportbund bietet daher in Kooperation mit der Sportjugend Münster Sportlern, Trainern und Mitarbeitern aus unseren Sportvereinen die Möglichkeit, sich beraten, fortbilden und im Verdachtsfall auch unterstützen zu lassen. Ziel ist es, die in Vereinen tätigen Trainer und Übungsleiter zu sensibilisieren und sie an ihre Vorbildfunktion zu erinnern.

Erweiterte polizeiliche Führungszeugnisse

Darüber hinaus empfehlen wir unseren Vereinen dringend, sich von ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die mit Kindern und Jugendlichen zusammen arbeiten, erweiterte polizeiliche Führungszeugnisse vorlegen zu lassen und entweder den Ehrenkodex des LSB NRW unterschreiben zu lassen, oder auch einen vereinsspezifischen Ehrenkodex zu erarbeiten. Auch hierbei unterstützen wir gerne.

Das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis gibt es mit einem entsprechenden Vordruck für ehrenamtlich Tätige übrigens kostenlos.

Zum Schutzauftrag der Sportvereine und Sportverbände für die besonders zu schützende Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen gehört neben den Maßnahmen zur Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport, diese auch zu kennen und innerhalb der Vereinsstrukturen zu verankern. Dazu hat der LSB NRW das Qualitätsbündnis zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport ins Leben gerufen.

Qualitätsbündnis zum Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport

Das Qualitätsbündnis hat sich zum Ziel gesetzt, sexualisierter Gewalt im Sport wirksam vorzubeugen und diese zu bekämpfen. Dazu werden maßgeschneiderte Qualitätsstandards zur Prävention und Intervention gemeinsam entwickelt und innerhalb der Vereinsstruktur installiert. Zentraler Gedanke dahinter ist die enge Vernetzung und der Transfer von Fachwissen.

Informationen zum Präventionsbündnis und den Ehrenkodex als auch den Vordruck für ein kostenloses polizeiliches Führungszeugnis gibt es auf der Homepage der Sportjugend Münster.

Ansprechpartner

Thomas Lammers
Fachkraft für Jugendarbeit
thomas.lammers@stadtsportbund-ms.de

Pakt für den Sport: Zusammenarbeit zwischen Sportselbstverwaltung, Sportverwaltung und Politik

Münster, 29. September 2005. In der altehrwürdigen Rüstkammer des Rathauses zu Münster wurde der “Pakt für den Sport” am 29. September 2005 unterzeichnet und gefeiert. Vielen Gästen aus Sport und Politik demonstrierten Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann und Stadtsportbundvorsitzender Prof. Günter Willmann die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Sportselbstverwaltung, Sportverwaltung und Politik. Die Bürgerinnen und Bürger finden in der westfälischen Hauptstadt Münster anscheinend bereits hervorragende sportliche Bedingungen vor, auch bedingt durch eine traditionell starke überparteiliche Sportfraktion. Wo in Nordrhein-Westfalen werden zurzeit zeitgleich drei neue Sporthallen gebaut, die in den nächsten Wochen eingeweiht werden können?

“Damit das auch zukünftig so bleibt und der Sport in Münster nachhaltig weiterentwickelt und gesichert wird, dafür sorgt die getroffene Vereinbarung”, sagte Oberbürgermeister Tillmann. Für Prof. Willmann war die Paktunterzeichnung eine “Sternstunde für den Sport” und ein Vertrauensbeweis der Politik in die Kraft der Sportvereine, die auch zukünftig eine wichtige Rolle bei der Entwicklung gemeinschaftlicher Wohn- und Lebensformen in der modernen Bürgergemeinschaft Münsters übernehmen sollen.

“Kommunale Sportentwicklung ist bedeutender Teil zukunftsorientierter Stadtentwicklung, denn überall dort, wo Menschen leben, arbeiten und wohnen ist der Sport nicht ein isoliertes bürgerschaftliches Bedürfnis sondern fester und integrierter Bestandteil der Straßen-, Szene-, Jugend-, Familien-, Senioren-, Fest- und Vereinskultur”, so ist es im Text der Vereinbarung beschrieben. Die Vertragspartner nehmen darin auch ausdrücklich Bezug auf den zwischen der NRW-Landesregierung und dem LandesSportBund NRW am 22. Januar 2002 getroffenen “Pakt für den Sport” und auf die Aufnahme des Sports in die Landesverfassung.

LandesSportBund-Präsident Walter Schneeloch war gerne Zeuge der “Münsteraner Sternstunde”: “Mir liegt die Zukunft des Sports in den Kommunen sehr am Herzen, denn aktive kommunale Sportentwicklung steht für mich als Synonym für zukunftsorientierte Stadtentwicklung.” Auf Landesebene soll die bisherige Vereinbarung gemeinsam weiterentwickelt werden zu einem “Bündnis für den Sport!” Dieses hätte die neue Landesregierung bereits zugesagt, sagte Schneeloch.

In 20 NRW-Kommunen wurde bereits ein “Pakt für den Sport” abgeschlossen.

Text: Michael Heise

Sport und Umwelt: Positionspapier des Leistungssportbundes

Münster, 1. Dezember 2013. Das Thema “Sport und Umwelt” nimmt in der heutigen Zeit einen festen Platz in der Umweltdiskussion ein: Inwiefern werden SportlerInnen durch Umweltbelastungen beeinträchtigt? Welche Umweltbelastungen stellen Sportarten selber dar? Wo liegen Grenzen der Belastbarkeit durch Anlagen und Aktivitäten des Sports? Welche Lösungsmöglichkeiten bieten sich? Was können Sportvereine tun?

Umweltbelastung
Ein Spannungsverhältnis zwischen Sport und Umwelt entsteht dort, wo Land dicht besiedelt ist. Sporttreibende, wie auch andere BürgerInnen, sind von Umweltbelastungen betroffen, die Gesundheit und Lebensqualität beeinträchtigen. Deshalb liegt es im Interesse von Sport und Umweltschutz, eine intakte Umwelt als Grundbedingung des Sporttreibens zu sichern und zu erhalten.

Auf der anderen Seite führt die Expansion sportlicher Tätigkeiten – bedingt durch mehr individuelle arbeitsfreie Zeit und das wachsende Bewusstsein für Gesundheit – zu einer höheren Nutzung ökologisch wertvoller Landschaftsräume und damit zu einer räumlich begrenzten Belastung der Natur. Zudem entwickelten sich neue Sportarten, insbesondere viele Trendsportarten, die außerhalb des organisierten Sports betrieben werden. Viele SportlerInnen zieht es dabei in die freien Räume, die aber gleichzeitig oftmals schützenswerte Gebiete im Sinne des Naturschutzes sein können. Die Lebensumwelt in vielen Städten mit einer oftmals naturfernen Landschaft verstärken das Bedürfnis der Menschen, naturnahe Räume aufzusuchen.

Ziel ist es, dann, wenn Natur und Landschaft für Erholung und Sport genutzt wird, einen Ausgleich zwischen den Belangen des Sports und denen des Natur-, Landschafts- und Gewässerschutzes zu schaffen. Der Schutz der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten auch in der Freizeit ist – nicht zuletzt wegen der Staatzielbestimmung “Sport ist durch Land und Gemeinden zu pflegen und zu fördern” in der NRW-Verfassung – Aufgabe des Staates und der Kommunen ebenso wie die Sicherung und Entwicklung der Grundsätze des Umweltschutzes und der Schutz der natürlichen Grundlagen.

Einschränkung der natürlichen Sportstätten Jedoch stellen Natur und Landschaft für Sportarten wie Klettern, Rudern, Skifahren, Reiten die Sportstätte dar, denn diese Natursportarten sind auf bestimmte landschaftliche Gegebenheiten angewiesen. In Konfliktsituationen mit dem Naturschutz müssen hier Lösungen gefunden werden, die auch die sportlichen Interessen wahren. Einschränkungen müssen von den sporttreibenden Menschen dort hingenommen werden, wo durch die sportliche Nutzung die natürlichen Lebensgrundlagen beeinträchtigt werden.

Der organisierte Sport ist bestrebt, durch Selbstbeschränkungskonzepte, Erarbeitung und Beachtung von Verhaltensregeln (z. B. goldenen Regeln für den Wassersport) entsprechende Aus- und Fortbildung der ÜbungsleiterInnen eine umweltverträgliche Sportausübung in Natur und Landschaft zu gewährleisten. In der Praxis zeigt sich jedoch sehr deutlich, dass die Sportorganisationen kaum Möglichkeiten haben, auf nichtorganisierte SportlerInnen oder auf Sporttreibende, die u. a. kommerzielle Sportangebote wahrnehmen im Sinne von Beschränkungen einzuwirken.

Sportstätten in bebauten Gebieten Weiterhin werden aber auch die Flächen für traditionelle Sportarten in den bebauten Gebieten auf Grund von Autoverkehr, Verboten von Sport und Spiel, Lärm und Abgasen zunehmend knapper. Verschärfend treten Nutzungsbeschränkungen bestehender Sportanlagen hinzu, die aus dem Konflikt zwischen ruhesuchenden Nachbarn einerseits und den Sporttreibenden bzw. den Besuchern der Sportstätten andererseits herrühren. Vor allem Kinder, Jugendliche und ältere Menschen benötigen gerade im Wohnumfeld Sportgelegenheiten.

Ziel ist es daher, die Städte durch Einrichtungen für Bewegung, Sport und Spiel aufzuwerten. Ein verständnisvolles Miteinander durch einen dauerhaften Interessenausgleich zwischen Betreibern und Nutzern der Anlagen sowie den benachbarten Anwohnern andererseits soll erreicht werden. Durch kommunale Bauleitplanung dürfen bestehende Sportanlagen z. B. wegen heranrückender Wohnbebauung nicht in ihrer Nutzung gefährdet werden. Um Konflikte von vornherein nicht entstehen zu lassen, sind ausreichende Abstände zwischen Sportanlage und Wohnbebauung einzuplanen.

Zu dem Thema “Sport und Umwelt” gibt es ausführliche Informationen beim LandesSportBund (“Positionspapier”). Im “Meyer & Meyer Verlag” ist ein Handbuch zu diesem Thema erschienen. (ISBN-Nr.: 3 – 89124 – 387 – 1)

https://www.lsb-nrw.de/fileadmin/global/media/Downloadcenter/Sportraeume/Positionspapier_Sport-_und_Bewegungsraeume_als_Grundlage_der_Sport-_und_Vereinsentwicklung.pdf

Sport gegen Rechts: Gegen jede Form von Ausländerfeindlichkeit und Gewalt

Münster, 1. September 2000. Die Bundesligen in Fußball, Handball oder Basketball mit ihrer ‘multi-kulti-Besetzung’ sind lebendige Propaganda für Toleranz und Weltoffenheit. Die zahlreichen Sportvereine, die in Münster mit über 30.000 jugendlichen Mitgliedern in der Sportjugend organisiert sind, leisten seit Jahrzehnten präventive Jugendarbeit. Nationale und internationale Begegnungen sind hier an der Tagesordnung und vermitteln Toleranz und gegenseitige Anerkennung.

“Wir lehnen jede Form von Ausländerfeindlichkeit und Gewalt ab”, sagt der Vorsitzende des Stadtsportbundes Münster, Prof.Günter Willmann. Und weiter:”Unter unseren fast 80.000 Mitgliedern sind viele ausländische Mitbürger.

Auch zwei ausländische Sportvereine sind im Stadtportbund Münster organisiert. Der Sport braucht keine Sprache, ist ein optimales Mittel zur Integration und kennt keine Barrieren. Aussiedler werden seit zehn Jahren in Münster in und über den Sport integriert, genauso wie z.B. islamische Frauen”. “Bei uns wird Integration gelebt”, betont Willmann.

Der Stadtsportbund Münster möchte es aber nicht nur bei Erklärungen belassen. In Zusammenarbeit zwischen Sportamt und Stadtsportbund soll es in absehbarer Zeit eine Demonstration unter dem Motto ‘Rollen gegen rechts!’ geben. Hier sollen insbesondere Sportler und Sportvereine, aber auch alle anderen, die sich solidarisch gegen rechts erklären, mitmachen und dies auf sportliche Weise, sei es auf dem Fahrrad, Roller, Skateboard, auf Inline-Skates oder auch laufend oder gehend. Hier wird eine Strecke durch die Innenstadt ausgewählt, die mit hoffentlich vielen Teilnehmern wieder einmal die Solidarität im Sport untereinander, aber vor allem auch gegen andere dokumentieren soll. Wenn der Antrag durch die Ordnungsbehörden positiv beschieden wird geht ess los, auf jeden Fall noch im September 2000. Sport macht mobil gegen Rechts!

Sport und Organspende: Der Stadtsportbund sucht Ja-Sager

Münster, 13. Juni 2011. Der Stadtsportbund Münster sucht Ja-Sager – Vereinsmitglieder nämlich, die Ja zur Organspende sagen. “Wir finden, dass jeder Mensch einen Organspendeausweis ausfüllen sollte”, bewirbt der SSB-Vorsitzende Jochen Temme die gestartete Gemeinschaftsaktion mit dem Universitätsklinikum Münster und der Initiative “NoPanicForOrganic”, der vor allem der Münsteraner Dieter Kemmerling seit 2005 ein Gesicht gibt.

Gemeinsam mit den prominenten Mitstreitern Steffi Stephan, dem Mitbegründer des Panikorchesters, sowie Kinderliedermacher Detlev Jöcker rührt Musiker Kemmerling (The Dandys) unermüdlich die Werbetrommel für den guten Zweck. Temme, seit 15 Jahren als möglicher Organspender eingetragen, will die Sportfamilie zum Mitmachen motivieren – passen doch die Tugenden und Ansprüche des dem Gemeinsinn verschriebenen Sports haargenau zum Thema.

Dem widmen sich, bedauert Kemmerling, noch lange nicht so viele Menschen, wie es nötig ist. “Über unsere Initiative haben wir 500.000 Organspendeausweise ausgestellt. Das darf nur ein Anfang sein – die Bereitschaft zu spenden ist in Deutschland rückläufig.” In 2011 gab es landesweit nur 1342 Organspenden (Niere, Leber, Herz, Lunge, Dünndarm, Bauchspeicheldrüse) bei rund 10.000 für hirntot erklärten Menschen. Kemmerling lebt seit elf Jahren mit einer Spenderleber. “Alleine die Bereitschaft eines anderen hat mir diese elf Jahre geschenkt.” Auf Konzertreisen trägt er die Botschaft unters Volk. “Über die Musik erreichen wir die Menschen.”

Bestens vernetzt auch mit Bundespolitikern hat Kemmerling die Debatte um die Neuregelung zur Organspende verfolgt. Und hält das Resultat, also die Einigung auf die so genannte Entscheidungslösung, für die zweitbeste Lösung. Künftig werden die Bürger konkret nach ihrer Spendenbereitschaft gefragt. “Jetzt schreiben uns alle zwei Jahre die Krankenkassen an und informieren über die Organspende. Das wird sicherlich das Problem nicht lösen”, glaubt Kemmerling. Und verweist auf europäische Länder, die mit anderen Regelungen eine dreimal so hohe Spendenbereitschaft wie in Deutschland erreicht haben.

Mit der durch den SSB begleiteten neuen Aktion will Kemmerling vor allem ein Tabu brechen. “Das Thema Organspende wird vielfach völlig falsch angegangen, nämlich mit einer Diskussion über das Sterben. Dabei geht es ganz explizit um das Leben, dass jenen ermöglicht wird, die auf eine Organspende angewiesen sind. Und zwar von Menschen, die sich vor ihrem Tod Gedanken darüber gemacht haben, was nach ihrem Tod mit ihren Organen passieren soll.”

Der SSB bittet die Sportvereine, das Faltblatt, das denen in Kürze zugeht, an ihre Mitglieder weiter zu geben und bei Vereinsveranstaltungen für die Organspende zu werben.

Mehr Infos zum Thema im Netz:

www.nopanicfororganic.de

Organspende am UKM Münster