Stellungnahmen und Positionen 2017-01-05T21:14:45+00:00

Stellungnahmen und Positionen

des Stadtsportbundes Münster e.V. zu aktuellen und grundsätzlichen Themen und Fragestellungen

Münster, 29. September 2005. In der altehrwürdigen Rüstkammer des Rathauses zu Münster wurde der „Pakt für den Sport“ am 29. September 2005 unterzeichnet und gefeiert. Vielen Gästen aus Sport und Politik demonstrierten Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann und Stadtsportbundvorsitzender Prof. Günter Willmann die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Sportselbstverwaltung, Sportverwaltung und Politik. Die Bürgerinnen und Bürger finden in der westfälischen Hauptstadt Münster anscheinend bereits hervorragende sportliche Bedingungen vor, auch bedingt durch eine traditionell starke überparteiliche Sportfraktion. Wo in Nordrhein-Westfalen werden zurzeit zeitgleich drei neue Sporthallen gebaut, die in den nächsten Wochen eingeweiht werden können?

„Damit das auch zukünftig so bleibt und der Sport in Münster nachhaltig weiterentwickelt und gesichert wird, dafür sorgt die getroffene Vereinbarung“, sagte Oberbürgermeister Tillmann. Für Prof. Willmann war die Paktunterzeichnung eine „Sternstunde für den Sport“ und ein Vertrauensbeweis der Politik in die Kraft der Sportvereine, die auch zukünftig eine wichtige Rolle bei der Entwicklung gemeinschaftlicher Wohn- und Lebensformen in der modernen Bürgergemeinschaft Münsters übernehmen sollen.

„Kommunale Sportentwicklung ist bedeutender Teil zukunftsorientierter Stadtentwicklung, denn überall dort, wo Menschen leben, arbeiten und wohnen ist der Sport nicht ein isoliertes bürgerschaftliches Bedürfnis sondern fester und integrierter Bestandteil der Straßen-, Szene-, Jugend-, Familien-, Senioren-, Fest- und Vereinskultur“, so ist es im Text der Vereinbarung beschrieben. Die Vertragspartner nehmen darin auch ausdrücklich Bezug auf den zwischen der NRW-Landesregierung und dem LandesSportBund NRW am 22. Januar 2002 getroffenen „Pakt für den Sport“ und auf die Aufnahme des Sports in die Landesverfassung.

LandesSportBund-Präsident Walter Schneeloch war gerne Zeuge der „Münsteraner Sternstunde“: „Mir liegt die Zukunft des Sports in den Kommunen sehr am Herzen, denn aktive kommunale Sportentwicklung steht für mich als Synonym für zukunftsorientierte Stadtentwicklung.“ Auf Landesebene soll die bisherige Vereinbarung gemeinsam weiterentwickelt werden zu einem „Bündnis für den Sport!“ Dieses hätte die neue Landesregierung bereits zugesagt, sagte Schneeloch.

In 20 NRW-Kommunen wurde bereits ein „Pakt für den Sport“ abgeschlossen.

Text und Foto: Michael Heise

Münster, 1. Dezember 2013. Das Thema „Sport und Umwelt“ nimmt in der heutigen Zeit einen festen Platz in der Umweltdiskussion ein: Inwiefern werden SportlerInnen durch Umweltbelastungen beeinträchtigt? Welche Umweltbelastungen stellen Sportarten selber dar? Wo liegen Grenzen der Belastbarkeit durch Anlagen und Aktivitäten des Sports? Welche Lösungsmöglichkeiten bieten sich? Was können Sportvereine tun?

Umweltbelastung
Ein Spannungsverhältnis zwischen Sport und Umwelt entsteht dort, wo Land dicht besiedelt ist. Sporttreibende, wie auch andere BürgerInnen, sind von Umweltbelastungen betroffen, die Gesundheit und Lebensqualität beeinträchtigen. Deshalb liegt es im Interesse von Sport und Umweltschutz, eine intakte Umwelt als Grundbedingung des Sporttreibens zu sichern und zu erhalten.

Auf der anderen Seite führt die Expansion sportlicher Tätigkeiten – bedingt durch mehr individuelle arbeitsfreie Zeit und das wachsende Bewusstsein für Gesundheit – zu einer höheren Nutzung ökologisch wertvoller Landschaftsräume und damit zu einer räumlich begrenzten Belastung der Natur. Zudem entwickelten sich neue Sportarten, insbesondere viele Trendsportarten, die außerhalb des organisierten Sports betrieben werden. Viele SportlerInnen zieht es dabei in die freien Räume, die aber gleichzeitig oftmals schützenswerte Gebiete im Sinne des Naturschutzes sein können. Die Lebensumwelt in vielen Städten mit einer oftmals naturfernen Landschaft verstärken das Bedürfnis der Menschen, naturnahe Räume aufzusuchen.

Ziel ist es, dann, wenn Natur und Landschaft für Erholung und Sport genutzt wird, einen Ausgleich zwischen den Belangen des Sports und denen des Natur-, Landschafts- und Gewässerschutzes zu schaffen. Der Schutz der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten auch in der Freizeit ist – nicht zuletzt wegen der Staatzielbestimmung „Sport ist durch Land und Gemeinden zu pflegen und zu fördern“ in der NRW-Verfassung – Aufgabe des Staates und der Kommunen ebenso wie die Sicherung und Entwicklung der Grundsätze des Umweltschutzes und der Schutz der natürlichen Grundlagen.

Einschränkung der natürlichen Sportstätten Jedoch stellen Natur und Landschaft für Sportarten wie Klettern, Rudern, Skifahren, Reiten die Sportstätte dar, denn diese Natursportarten sind auf bestimmte landschaftliche Gegebenheiten angewiesen. In Konfliktsituationen mit dem Naturschutz müssen hier Lösungen gefunden werden, die auch die sportlichen Interessen wahren. Einschränkungen müssen von den sporttreibenden Menschen dort hingenommen werden, wo durch die sportliche Nutzung die natürlichen Lebensgrundlagen beeinträchtigt werden.

Der organisierte Sport ist bestrebt, durch Selbstbeschränkungskonzepte, Erarbeitung und Beachtung von Verhaltensregeln (z. B. goldenen Regeln für den Wassersport) entsprechende Aus- und Fortbildung der ÜbungsleiterInnen eine umweltverträgliche Sportausübung in Natur und Landschaft zu gewährleisten. In der Praxis zeigt sich jedoch sehr deutlich, dass die Sportorganisationen kaum Möglichkeiten haben, auf nichtorganisierte SportlerInnen oder auf Sporttreibende, die u. a. kommerzielle Sportangebote wahrnehmen im Sinne von Beschränkungen einzuwirken.

Sportstätten in bebauten Gebieten Weiterhin werden aber auch die Flächen für traditionelle Sportarten in den bebauten Gebieten auf Grund von Autoverkehr, Verboten von Sport und Spiel, Lärm und Abgasen zunehmend knapper. Verschärfend treten Nutzungsbeschränkungen bestehender Sportanlagen hinzu, die aus dem Konflikt zwischen ruhesuchenden Nachbarn einerseits und den Sporttreibenden bzw. den Besuchern der Sportstätten andererseits herrühren. Vor allem Kinder, Jugendliche und ältere Menschen benötigen gerade im Wohnumfeld Sportgelegenheiten.

Ziel ist es daher, die Städte durch Einrichtungen für Bewegung, Sport und Spiel aufzuwerten. Ein verständnisvolles Miteinander durch einen dauerhaften Interessenausgleich zwischen Betreibern und Nutzern der Anlagen sowie den benachbarten Anwohnern andererseits soll erreicht werden. Durch kommunale Bauleitplanung dürfen bestehende Sportanlagen z. B. wegen heranrückender Wohnbebauung nicht in ihrer Nutzung gefährdet werden. Um Konflikte von vornherein nicht entstehen zu lassen, sind ausreichende Abstände zwischen Sportanlage und Wohnbebauung einzuplanen.

Zu dem Thema „Sport und Umwelt“ gibt es ausführliche Informationen beim LandesSportBund („Positionspapier“). Im „Meyer & Meyer Verlag“ ist ein Handbuch zu diesem Thema erschienen. (ISBN-Nr.: 3 – 89124 – 387 – 1)

https://www.lsb-nrw.de/fileadmin/global/media/Downloadcenter/Sportraeume/Positionspapier_Sport-_und_Bewegungsraeume_als_Grundlage_der_Sport-_und_Vereinsentwicklung.pdf

Münster, 1. September 2000. Die Bundesligen in Fußball, Handball oder Basketball mit ihrer ‚multi-kulti-Besetzung‘ sind lebendige Propaganda für Toleranz und Weltoffenheit. Die zahlreichen Sportvereine, die in Münster mit über 30.000 jugendlichen Mitgliedern in der Sportjugend organisiert sind, leisten seit Jahrzehnten präventive Jugendarbeit. Nationale und internationale Begegnungen sind hier an der Tagesordnung und vermitteln Toleranz und gegenseitige Anerkennung.

„Wir lehnen jede Form von Ausländerfeindlichkeit und Gewalt ab“, sagt der Vorsitzende des Stadtsportbundes Münster, Prof.Günter Willmann. Und weiter:“Unter unseren fast 80.000 Mitgliedern sind viele ausländische Mitbürger.

Auch zwei ausländische Sportvereine sind im Stadtportbund Münster organisiert. Der Sport braucht keine Sprache, ist ein optimales Mittel zur Integration und kennt keine Barrieren. Aussiedler werden seit zehn Jahren in Münster in und über den Sport integriert, genauso wie z.B. islamische Frauen“. „Bei uns wird Integration gelebt“, betont Willmann.

Der Stadtsportbund Münster möchte es aber nicht nur bei Erklärungen belassen. In Zusammenarbeit zwischen Sportamt und Stadtsportbund soll es in absehbarer Zeit eine Demonstration unter dem Motto ‚Rollen gegen rechts!‘ geben. Hier sollen insbesondere Sportler und Sportvereine, aber auch alle anderen, die sich solidarisch gegen rechts erklären, mitmachen und dies auf sportliche Weise, sei es auf dem Fahrrad, Roller, Skateboard, auf Inline-Skates oder auch laufend oder gehend. Hier wird eine Strecke durch die Innenstadt ausgewählt, die mit hoffentlich vielen Teilnehmern wieder einmal die Solidarität im Sport untereinander, aber vor allem auch gegen andere dokumentieren soll. Wenn der Antrag durch die Ordnungsbehörden positiv beschieden wird geht ess los, auf jeden Fall noch im September 2000. Sport macht mobil gegen Rechts!

Münster, 13. Juni 2011. Der Stadtsportbund Münster sucht Ja-Sager – Vereinsmitglieder nämlich, die Ja zur Organspende sagen. „Wir finden, dass jeder Mensch einen Organspendeausweis ausfüllen sollte“, bewirbt der SSB-Vorsitzende Jochen Temme die gestartete Gemeinschaftsaktion mit dem Universitätsklinikum Münster und der Initiative „NoPanicForOrganic“, der vor allem der Münsteraner Dieter Kemmerling seit 2005 ein Gesicht gibt.

Gemeinsam mit den prominenten Mitstreitern Steffi Stephan, dem Mitbegründer des Panikorchesters, sowie Kinderliedermacher Detlev Jöcker rührt Musiker Kemmerling (The Dandys) unermüdlich die Werbetrommel für den guten Zweck. Temme, seit 15 Jahren als möglicher Organspender eingetragen, will die Sportfamilie zum Mitmachen motivieren – passen doch die Tugenden und Ansprüche des dem Gemeinsinn verschriebenen Sports haargenau zum Thema.

Dem widmen sich, bedauert Kemmerling, noch lange nicht so viele Menschen, wie es nötig ist. „Über unsere Initiative haben wir 500.000 Organspendeausweise ausgestellt. Das darf nur ein Anfang sein – die Bereitschaft zu spenden ist in Deutschland rückläufig.“ In 2011 gab es landesweit nur 1342 Organspenden (Niere, Leber, Herz, Lunge, Dünndarm, Bauchspeicheldrüse) bei rund 10.000 für hirntot erklärten Menschen. Kemmerling lebt seit elf Jahren mit einer Spenderleber. „Alleine die Bereitschaft eines anderen hat mir diese elf Jahre geschenkt.“ Auf Konzertreisen trägt er die Botschaft unters Volk. „Über die Musik erreichen wir die Menschen.“

Bestens vernetzt auch mit Bundespolitikern hat Kemmerling die Debatte um die Neuregelung zur Organspende verfolgt. Und hält das Resultat, also die Einigung auf die so genannte Entscheidungslösung, für die zweitbeste Lösung. Künftig werden die Bürger konkret nach ihrer Spendenbereitschaft gefragt. „Jetzt schreiben uns alle zwei Jahre die Krankenkassen an und informieren über die Organspende. Das wird sicherlich das Problem nicht lösen“, glaubt Kemmerling. Und verweist auf europäische Länder, die mit anderen Regelungen eine dreimal so hohe Spendenbereitschaft wie in Deutschland erreicht haben.

Mit der durch den SSB begleiteten neuen Aktion will Kemmerling vor allem ein Tabu brechen. „Das Thema Organspende wird vielfach völlig falsch angegangen, nämlich mit einer Diskussion über das Sterben. Dabei geht es ganz explizit um das Leben, dass jenen ermöglicht wird, die auf eine Organspende angewiesen sind. Und zwar von Menschen, die sich vor ihrem Tod Gedanken darüber gemacht haben, was nach ihrem Tod mit ihren Organen passieren soll.“

Der SSB bittet die Sportvereine, das Faltblatt, das denen in Kürze zugeht, an ihre Mitglieder weiter zu geben und bei Vereinsveranstaltungen für die Organspende zu werben.

Mehr Infos zum Thema im Netz:

www.nopanicfororganic.de
Organspende am Uni Klinikum Münster